In Liechtenstein setzen sich verschiedene Organisationen und Institutionen gemeinsam dafür ein, wertvolle Bauteile durch einen sorgfältigen Rückbau zu erhalten und dort wieder einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Ein aktuelles Beispiel sind 17 Fenster aus dem Gebäude an der Dorfstrasse 39 in Ruggell, die für eine Wiederverwendung in der Ukraine gespendet werden.
Die Gemeinde Ruggell stellt das Gebäude für die Bauteil Wiederverwendung zur Verfügung und ermöglicht den fachgerechten Ausbau der Fenster. Die Demontage erfolgt gemeinsam durch die Stiftung für soziale und psychische Gesundheit (SPGe) und ZirkuLIE. Anschliessend werden die Fenster im Zentrum für Zirkuläres Bauen in Triesen zwischengelagert und für ihren Weitertransport vorbereitet.
«Uns ist wichtig, bei anstehenden Rückbauten nicht nur an die Entsorgung zu denken, sondern zu prüfen, welche Bauteile weiterverwendet werden können. Dass die Fenster aus Ruggell nun in der Ukraine eine neue Verwendung finden, verbindet einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen mit konkreter Unterstützung. Dieses Engagement unterstützen wir als Gemeinde sehr gerne», sagt Christian Öhri, Vorstand, Gemeinde Ruggell.
Das Projekt zeigt, was durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Land möglich wird. ZirkuLIE ist die Wissens und Netzwerkplattform für zirkuläres Bauen in Liechtenstein und setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern dafür ein, dass wiederverwendbare Bauteile möglichst lange im Kreislauf bleiben.
«Zirkuläres Bauen funktioniert vor allem gemeinsam. Wenn Gemeinden, Institutionen und Organisationen frühzeitig zusammenarbeiten, können wertvolle Bauteile sorgfältig rückgebaut und für eine weitere Nutzung erhalten werden. Mit diesen 17 Fenstern wird dieser Kreislauf ganz konkret.», sagt Simon Egger von ZirkuLIE.
Über den Schweizer Verein Re Win, Fenster für die Ukraine, werden die Bauteile schliesslich in die Ukraine transportiert und dort einer neuen Nutzung zugeführt. Unterstützt wird die Initiative durch das Amt für Auswärtige Angelegenheiten (AAA). Der gesamte Weg der Fenster wird dokumentiert, vom Ausbau in Ruggell über die Lagerung und den Transport bis zum späteren Einbau in der Ukraine.
«Die Initiative zeigt, wie durch gemeinsames Engagement konkrete Unterstützung entstehen kann. Gleichzeitig werden bestehende Ressourcen verantwortungsvoll weitergenutzt und erhalten dort einen neuen Wert, wo sie dringend gebraucht werden», so Panagiotis Potolidis Beck, Abteilungsleitung beim Amt für Auswärtige Angelegenheiten.
Die 17 Fenster aus Ruggell sind damit mehr als eine Bauteilspende. Sie zeigen ganz konkret, wie Ressourcenschonung, zirkuläres Bauen und solidarisches Handeln über Landesgrenzen hinweg zusammenspielen können.