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Kinderfreundliche Gemeinde

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Als erste Gemeinde Liechtensteins erhielt Ruggell am 21. September 2018 von UNICEF das Label «Kinderfreundliche Gemeinde». Vor der Labelvergabe wird durch Beschluss der UNICEF-Delegiertenversammlung, die ebenfalls in Ruggell tagt, das Komitee für UNICEF Schweiz und Liechtenstein ins Leben gerufen.

Am Vormittag des 21. September 2018 hat Erbprinz Alois von Liechtenstein eine UNICEF Delegation sowie Vertreter der Gemeinde Ruggell empfangen. Es gab gleich zwei Gründe für diesen besonderen Anlass: Der Startschuss des Komitees für UNICEF Schweiz und Liechtenstein, und als erste Gemeinde Liechtensteins erhielt Ruggell das UNCIEF Label «Kinderfreundliche Gemeinde». Mit der Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» fördert UNICEF die Umsetzung der Kinderrechte auf Gemeindeebene und stellt Entscheidungsträgern von Gemeinden ein Instrument zur Verfügung, um ihre Programme und Projekte auf die Auswirkungen auf Kinder zu überprüfen und die Kinderfreundlichkeit zu steigern. Ruggell ist die erste Liechtensteiner Gemeinde, die das UNICEF-Prozesslabel erhält. Im Beisein der Liechtensteiner Polit-Prominenz und zahlreichen weiteren Gästen übergab Hans Künzle, Präsident von UNICEF Schweiz, der Gemeindevorsteherin von Ruggell, Frau Maria Kaiser-Eberle, in feierlichem Rahmen die Auszeichnung als «Kinderfreundliche Gemeinde». Hans Künzle beglückwünschte die Gemeinde zu ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen: «Ich möchte ihnen meine Wertschätzung und Achtung ausdrücken für das, was sie in den letzten Jahren für die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen geleistet und erreicht haben, und insbesondere für das, was sie in Zukunft noch leisten werden.»

Aktionsplan mit mehreren verkehrspolitischen Massnahmen
Um ihre Kinderfreundlichkeit zu überprüfen, hat Ruggell zuerst eine Standortbestimmung gemacht. Die Liechtensteiner Gemeinde leistet mit seinen insgesamt 2300 Einwohnern bereits seit vielen Jahren grossartige Arbeit zugunsten der Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen. Besonders hervorzuheben ist das bereichsübergreifende Zusammenwirken von Schule, Jugendarbeit, Verwaltung und Politik. Die verantwortlichen Personen haben in Ruggell beispielshaft erkannt, dass die Umsetzung der Kinderrechtskonvention, insbesondere die Partizipation von Kindern, in der Politik und der Verwaltung beginnen muss. Im Anschluss an die Standortbestimmung hat Ruggell eine Kinderkonferenz sowie ein «KinderMitWirkungstag» durchgeführt, bei denen jeweils rund 70 Kinder sehr aktiv teilgenommen haben. Aus all den Ideen und Anregungen entstand infolge ein Aktionsplan mit zwölf Massnahmen, den die Gemeinde in den kommenden vier Jahren umsetzen möchte. Dabei geht Ruggell sehr systematisch vor: Durch die Schaffung einer verwaltungsinternen Kontaktstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen kann die Verwaltung die Geschehnisse in der Gemeinde und Region unter einem kinder- und jugendpolitischen Gesichtspunkt verfolgen und ihre Erkenntnisse den Behörden und weiteren Anspruchsgruppen zugänglich machen. Weiter will Ruggell eine Jugendkommission mit klar festgelegten Aufgaben und Zielen aufbauen sowie regelmässige Kinder- und Jugendanlässe durchführen. Doch auch mehrere verkehrspolitische Massnahmen sind geplant: Die Förderung und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs etwa durch Subvention des Schülerabos oder die erneute Überprüfung und Schaffung von kinderfreundlichen Zonen mittels Temporeduktion in den Quartieren stehen auf dem Programm. Weiter sollen dank neuen Strassenübergängen verkehrssichere Wege entstehen, so dass Kinder und Jugendliche die Sportplätze und das Vereinshaus gefahrlos erreichen können.

Komitee für UNICEF Schweiz und Liechtenstein
Alle Kinder haben ein Recht darauf, angemessen versorgt, gefördert und geschützt zu werden und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten, die in der Schweiz seit 1997 und in Liechtenstein seit 1996 verbindlich ist. Sie verpflichtet die unterzeichnenden Staaten, die Kinderrechte mit gesetzlichen Massnahmen zu schützen. Das Schweizerische Komitee für UNICEF vertritt seit 1959 die Interessen des Kinderhilfswerks in der Schweiz. Heute hat die Delegiertenversammlung von UNICEF Schweiz mittels Statutenänderung unter anderem der neuen Namensgebung «Komitee für UNICEF Schweiz und Liechtenstein» zugestimmt. Die Anzahl der Delegierten wird künftig um drei Liechtensteinische Mitglieder erweitert, davon wird stets ein Delegierter als Vizepräsident im Vorstand Einsitz nehmen. Dazu UNICEF-Präsident Hans Künzle: «Ich freue mich, heute offiziell das Komitee für UNICEF Schweiz und Liechtenstein ins Leben zu rufen.»

33 Gemeinden und Städte als «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet
In der Schweiz und Liechtenstein tragen mit Ruggell aktuell 33 Gemeinden und Städte die Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde»:
Arbon (TG), Arlesheim (BL), Baden (AG), Basel (BS), Bern (BE), Blauen (BL), Fehraltorf (ZH), Flawil (SG), Frauenfeld (TG), Freienwil (AG), Grenchen (SO), Hitzkirch (LU), Laupersdorf (SO), Lausanne (VD), Lyss (BE), Möriken-Wildegg (AG), Rapperswil-Jona (SG), Reinach (BL), Rekingen (AG), Riehen (BS), Rüdlingen (SH), Ruggell (LI), Sion (VS), Thayngen (SH), Teufen (AR), Therwil (BL), Triengen (LU), Uznach (SG), Wauwil (LU), Wettingen (AG), Wil (SG), Zetzwil (AG), Zug (ZG)

Weitere Informationen über die UNICEF Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde»: www.kinderfreundlichegemeinde.ch