Sicherstellung der Unterländer Wasserversorgung für Jahrzehnte
Die Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland (WLU) beschäftigt sich seit geraumer Zeit nicht nur mit der Beschaffung des Wassers von heute und morgen, sondern auch mit der langfristigen Sicherstellung des Wasserangebotes (Planungshorizonte Jahr 2030 und Jahr 2050) – ein Beitrag der WLU.
Generelles Wasserversorgungsprojekt (GWP)
Die Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland (WLU) bemüht sich bereits seit dem Jahre 1960 um die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung von Eschen, Gamprin, Mauren, Ruggell und Schellenberg mit qualitätsmässig einwandfreiem und quantitativ genügend Trink-, Brauch- und Löschwasser. Mit der Überarbeitung des Generellen Wasserversorgungsprojektes (GWP), dem „Skelett“ der Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland, im Jahre 2005 (inklusive Machbarkeitsstudie für die Erweiterung der Grundwassernutzung) wurde ein weiterer, äusserst wichtiger Meilenstein, in der Geschichte der WLU umgesetzt. Das GWP ist ein Planungsinstrument, das sich im Wesentlichen mit der künftigen Wasserversorgung befasst. Nebst der Optimierung über die gegenwärtigen Versorgungsverhältnisse soll es - basierend auf einer prognostizierten Entwicklung (Bevölkerung, Gewerbe etc.) - die zukünftigen Bedürfnisse der Wasserversorgung aufzeigen und ein zweckmässiges Anlagekonzept definieren. Als Konzept stellt das GWP die Grundlage für sämtliche Detailplanungen dar.
Eckdaten des GWP’s
Dem GWP wurden nachstehende Eckdaten zugrunde gelegt: Die Bevölkerungsentwicklung für den ersten Planungshorizont, das Jahr 2030, wurde mit 17‘300 Einwohnern und für den zweiten Planungshorizont, das Jahr 2050, mit 21‘100 Einwohner (Heute 11‘757 Einwohner) prognostiziert. Weiters wurden geringe Netzverluste, eine zielgerichtete Preisgestaltung, die Beschränkung des Verbrauchs der Industrie sowie die angestrebten Sicherheiten bzw. Reserven diesem Szenario hinterlegt.
Verbrauchsdaten der WLU
Die WLU verkaufte 2007 ungefähr 2'200'000 m3 Wasser. Gemäss Prognosen wird sich diese Wassermenge bis zum Planungszeitpunkt Z2 (2050) etwa um 50% erhöhen. Die Aufteilung des Wasserverbrauches 2007 erfolgte in etwa wie folgt: Einspeisung ins Netz; 2'350'000 m3 / Verbrauch H. Ospelt Anstalt 1'100'000 m3 / übrige Industrie und Gewerbe 350'000 m3 / Haushalt und Kleingewerbe 700'000 m3 / Öffentliche Hand 100'000 m3 / Verluste, Messdifferenzen 100'000 m3.
Abdeckung der prognostizierten Fehlmenge
Zur Abdeckung des erhöhten Wasserbedarfs wird vermehrt Grundwasser benötigt, da das Angebot an Quellwasser im Versorgungsgebiet der WLU ausgeschöpft ist. Das fehlende Trinkwasser muss durch erhöhten Bezug von der Gruppenwasserversorgung Liechtensteiner Oberland (GWO) (Realisierung einer zweiten Verbundleitung) und/oder einer weiteren Grundwasserfassung (Realisierung PW Spetzau inkl. Anschlussleitungen) abgedeckt werden. In erster Priorität soll dazu eine zweite Verbindungsleitung zur GWO zwischen Nendeln und Schaan (die diesbezüglichen Verhandlungen mit der Gemeinde Schaan wurden bereits in die Wege geleitet) und in zweiter Priorität ein zweites Grundwasserpumpwerk in Ruggell (im Gebiet Spetzau) erstellt werden. Je nach Verbrauch der WLU und im Speziellen der Firma Herbert Ospelt Anstalt kann sich die Realisierung des PW Spetzau noch um Jahrzehnte nach hinten schieben.
Durchführung Grosspumpversuch
Um über die weitere Grundwassernutzung im Gebiet Spetzau in Ruggell in qualitativer und quantitativer Hinsicht fundierte und gesicherte Aussagen machen zu können, wurde am 19. Februar 2008 ein sogenannter Grosspumpversuch durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden aus den sich im Nahbereich (bis 1 km) des projektierten Pumpwerkes Spetzau befindlichen Grundwasserpumpwerken (Oberau, Salez und Herbrig) die konzessionierte und maximal zugelassene Fördermenge über 24 Stunden entnommen. Aus zwei möglichen Standorten für das zukünftige Grundwasserpumpwerk wurden zeitgleich je 1’000 l/min entnommen. Parallel dazu wurden programmgemäss diverse Messungen an den Grundwasserspiegeln durchgeführt und Wasserproben zur Qualitätsüberprüfung gezogen.
Erste Befunde
Die Durchführung des Grosspumpversuches erfolgte wie geplant und ohne Zwischenfälle. Der Erstbefund des Grosspumpversuches (jedoch ohne detaillierte Auswertungen der Daten) besagt, dass sich aufgrund des Pumpversuches keine unerwartet starken Absenkungen des Grundwasserspiegels einstellten. Es haben sich im Verlaufe der 24 Stunden weitgehend stabile Fliessverhältnisse eingestellt, welche erfahrungsgemäss durch den Wasserstand des Rheines beeinflusst wurden. Weiters wurden aufgrund des Pumpversuches, nach vorläufiger Beurteilung der Messungen, im ganzen Gebiet keine auffälligen Veränderungen der Grundwasserqualität festgestellt.
Weiteres Vorgehen
Nach vorliegen der definitiven Auswertung des Grosspumpversuches soll dann die rechtskräftige Ausscheidung der nötigen Schutzzone für das projektierte Grundwasserpumpwerk Spetzau in Angriff genommen werden, obschon dieses, je nach Verbrauch der WLU, erst in Jahrzehnten benötigt wird. Die Ausscheidung der Schutzzonen drängt derzeit zwar nicht, kann aber erfahrungsgemäss langwierig sein, da Einschränkungen in den Nutzungen auf Privatboden, für die räumliche Sicherstellung der Grundwasserentnahme, zu erwarten sind. Prioritär will die WLU die langfristige Sicherstellung des Trinkwassers für die kommenden Generationen der Unterländer Bevölkerung sicherstellen.
Weitere Auskünfte
Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland (WLU)
Industriestrasse 36,
9487 Gamprin-Bendern