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Presseartikel

 
Samstag, 22. Sep 2018

UNICEF zeichnet Ruggell als «Kinderfreundliche Gemeinde» aus

Pionierarbeit Doppelte Freude: Ruggell wurde als erste Gemeinde Liechtensteins mit dem UNICEF-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet. Und UNICEF Schweiz hat entschieden, Liechtenstein ab sofort in ihr Komitee aufzunehmen.
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Kinder, Eltern, Gemeinderäte, Politiker und Delegierte der UNICEF Schweiz fanden sich gestern Abend im Ruggeller Gemeindesaal ein, um der offiziellen Labelübegabe beizuwohnen und die Auszeichnung gebührend zu feiern. Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle betonte, wie sehr sich die Gemeinde seit vielen Jahren darum bemühe, alle Altersgruppen – und insbesondere auch die Kinder und Jugendlichen – in die Gemeinschaft zu integrieren. Davon zeugen etwa die Erweiterung der Gemeindeschule, der Bau von Spielplätzen in den Quartieren, der Ausbau von Fuss- und Radwegen, oder die Bemühungen in der Vereins- und Jugendarbeit. Doch dem nicht genug: Um das Mitspracherecht und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen weiter auszubauen, hat sich die Gemeinde vor zwei Jahren dazu entschlossen, sich um das UNICEF-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» zu bemühen. Anhand einer Standortbestimmung wurde die bereits geleistete Arbeit in der Gemeinde unter die Lupe genommen. Ausserdem führte Initiator und Projektverantwortlicher, Gemeindesekretär Christian Öhri, mit den Kindern zwei Workshops durch. Intensiv wurden Wünsche und Ideen gesammelt und daraus ein Aktionsplan mit zwölf Massnahmen entwickelt. In den kommenden vier Jahren will die Gemeinde diese soweit wie möglich verwirklichen. «Erste Massnahmen wie die Subvention der Schülerabos oder die Verwirklichung der Pumptrackanlage sind bereits in Umsetzung», zeigte sich Maria Kaiser-Eberle zufrieden. Weitere Massnahmen wie die Schulwegsicherheit, eine Kontaktstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen sowie die Neugestaltung der Jugendkommission würden sich aktuell im Planungsprozess befinden.

Ruggell meint es ernst

In der Schweiz gibt es bereits 32 Gemeinde, die sich als «Kinderfreundliche Gemeinde» bezeichnen dürfen. In Liechtenstein ist Ruggell die erste Gemeinde, die diese Auszeichnung in Empfang nehmen darf. Hans Künzle, Präsident von UNICEF Schweiz, lobte: «Ruggell meint es ernst.» Denn zum einen gehe die Initiative von der Politik und der Verwaltung aus, zum anderen habe er eine offene und transparente Information über die positiven Aspekte, wie auch über die Defizite erfahren. Die Zertifizierung solle ein Ansporn sein, Ruggell als Wohn-, Schul- und Freizeitgemeinde für Kinder und Jugendliche weiterzuentwickeln. Künzle richtete sich aber auch an die Jugend: «Ihr dürft mitbestimmen, bleibt am Ball, formuliert eure Wünsche und habt den Mut zu unkonventionellen Ideen. Bleibt aber auch vernünftig und sachlich in der Argumentation und seid dankbar für den offenen Dialog und dankbar für die Umsetzung eurer Ideen.»

UNICEF Schweiz und Liechtenstein

Mit dem Zitat «Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen» des griechischen Philosophen Aristoteles lobte Klaus Tschütscher, Verwaltungsratsmitglied der UNICEF Schweiz, den gelungen Start des Projektes. Als Ruggeller und Vater von vier Kindern sei er besonders stolz auf seine Heimatgemeinde, die ab sofort Teil der UNICEF-Familie sei. Damit leiste Ruggell Pionierarbeit. Das Ziel sei es nun, das erste «Kinderfreundliche Land» in Europa zu werden, so Tschütscher.
Als historischen Schritt bezeichnete Klaus Tschütscher auch den Entscheid des schweizerischen Komitees der UNICEF, das seit rund 60 Jahren existiert. Seit gestern wird sich das Komitee nämlich offiziell nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Liechtenstein verantwortlich zeigen. «Es ist das erste Mal in der Geschichte von UNICEF, dass ein Komitee die Verantwortung für zwei Länder trägt», verdeutlichte Tschütscher. Dafür seien die Statuten angepasst worden und Liechtenstein könne nun drei Delegierte in das Komitee entsenden und habe Anrecht auf einen Sitz im Vorstand. «Ein grossartiges Zeichen der Freundschaft über Ländergrenzen hinweg.»