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Presseartikel

 
Donnerstag, 22. Mär 2018

Ruggell lud ein – Über 70 Kinder wirkten mit

Fazit I Am Dienstag hat in Ruggell der «Kindermit­wirkungstag» stattgefunden. Über 70 Kinder meldeten sich freiwillig an, um konkrete Projekte für die Gemeinde aus ihrer Sicht auszuarbeiten. Der Gemeinderat darf diese wertvolle Grundlagenarbeit demnächst entgegennehmen und in ihre Arbeit einfliessen lassen.
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Voraus ging die Kinderkonferenz am Samstag, den 24. Februar, an der die Kinder ihre Wünsche und Ideen für die Gemeinde anbringen konnten. In der Gruppe erhielten die Kinder dabei von den Leitern die Frage, was sie tun würden, wenn sie Königin oder König von Ruggell wären? Was fehlt? Was möchten sie in der Gemeinde, Schule oder in ihrem Quartier verändern? An der Kinderkonferenz einigten sich die 10- bis 13- Jährigen auf sechs wichtige Projekte, welche am KinderMitWirkungsTag ausgearbeitet werden sollen.

Pumptrackanlage und Spielplatz

Am Dienstag war dies nun der Fall. In sechs Interessensgruppen aufgeteilt, wurde direkt vor Ort im Dorf der Schauplatz der möglichen Veränderung aufgesucht und geprüft. So auch der Platz, an dem die Pumptrackanlage gebaut werden soll. Mit Experten und Planern diskutierten die Kinder über den Belag der Anlage bis zu den einzelnen Elementen. Für den Asphalt sprach dabei, dass Kinder die Anlage auch mit Rollschuhen und Inlineskates benutzen können. Damit es dabei geordnet zu- und hergeht, wurden die Regeln zusammen definiert: Einbahn einhalten, Helm und Schutzkleidung obligatorisch, kein Rempeln und keine Motoren sind Auszüge davon. Bäume, Bänke mit Tischen und einen Wasserbrunnen sollen dieses Freizeitangebot für die ganze Familie abrunden. Eingeflossen sind dabei auch die Erfahrungen der Kinder, welche bereits andere Pumptrackanlagen wie beispielsweise in Balzers besucht haben.
Der Spielplatz im Freizeitpark Widau wurde von einer weiteren Gruppe behandelt: Eine sechs Meter lange Rutschbahn sowie verschieden grosse Schaukeln wie in Malbun wurden dabei vorgeschlagen. Eine Seilbahn bzw. Tellerlift von einem zum anderen Baum wäre sensationell wie auch ein kleiner Kletterpark, welcher im Spielplatz integriert werden soll. Als weitere Variante wurde von einer Gruppe auch der Einbezug von verschiedenen Trampolins geprüft. Die Verknüpfung verschiedener Trampolins als Parcour wie auch riesige Airbags schlägt die Gruppe dabei vor. Das Bedürfnis, welches dahintersteckt, klingt einfach, muss aber erst einmal auch den Erwachsenen bewusst werden: Die 3.- bis 5.-Klässler wünschen sich einen Spielplatz für ältere Kinder mit altersgerechten Herausforderungen.
Eine andere Gruppe beschäftigte sich im Werkhof mit Umwelt- und Verkehrsthemen, welche bereits an der Kinderkonferenz zu interessanten Diskussionen geführt hatten. Warum fahren nicht mehr Erwachsene mit dem Bus oder mit dem Fahrrad? Was könnte Ruggell unternehmen, um ­dies zumindest im eigenen Dorf zu verändern? Spielzonen mit Tempo-20- oder Tempo-30-Zonen sollen nochmals in den Quartieren überprüft und angegangen werden. Die Wiese zwischen REC und der Schule soll als weitere Massnahme nicht bebaut werden und mehr Schulstunden sollen im Wald stattfinden.
Der Skaterpark, der um eine grüne Insel gestaltet und klar von der Pumptrackanlage abgegrenzt werden soll, behandelte zufällig eine reine Mädchengruppe. Die Insel soll Sitzgelegenheiten bieten wie auch eine Übersicht über alle Elemente. Neben den Skateboards soll es auch für Rollschuhfahrer möglich sein, um die Insel zu fahren. Der «Pool» als Element darf dabei nicht fehlen. Auch wurden die Anlässe im Jugendraum von einer Gruppe geprüft: Neue Möbel und ein besseres Licht im WC sollen angeschafft werden, die Öffnungszeiten angepasst und mehr Anlässe wie etwa ein Kinder-Casinoabend durchgeführt werden.
Die Kinder nahmen die Möglichkeit ihrer Mitsprache sehr ernst und waren den ganzen Tag interessiert und engagiert. Die Gemeinde möchte bewusst diese Partizipation verstärken und die Kinder ihre Zukunft mitplanen lassen. Dabei wird die Zusammenarbeit mit der UNICEF zur «Kinderfreundlichen Gemeinde» angestrebt. Begleitet wurde dieser Anlass von der Kinder- und Jugendförderung Schweiz «infoklick.ch» sowie von vielen Lehrpersonen, Mitgliedern des Gemeindeschulrats, der OJA und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle begleitete die Kinder ebenfalls an diesem Tag und diskutierte in den Gruppen mit. Sie bedankte sich bei allen Kindern sowie Gruppenleitern und Experten herzlichst im Namen der Gemeinde Ruggell für diesen wertvollen Tag.

Einladung zur Ausstellung

Die Ergebnisse aller sechs Projekte sind bis kommenden Mittwoch in der Eingangshalle der Gemeindeschule Ruggell ausgestellt. Eltern und Interessierte sind eingeladen, während der Schulzeiten die Ausstellung zu besuchen. Anschliessend werden die Unterlagen mit einem Grundsatzpapier für die weiteren Schritte dem Gemeinderat übergeben. Die beteiligten Kinder werden laufend informiert. (eps)